der Ursprung

Die Geschichte des Vereins

Der Paidaia e.V. hat insbesondere in dem erfolgreichen Praxisprojekt „Neue Wege“ seinen Ursprung und wurde an der Ruhr-Universität Bochum durch einen Zusammenschluss von verschiedenen Personen aus den Bereichen der Philosophie, des Sports, der Pädagogik, der Rechtswissenschaften und der Wirtschaft gegründet. 

 

Die Entwicklung des Vereins Paidaia

2005

„Neue Wege“

Im ehemaligen sozialen Brennpunkt Vohwinkler Feld gründet Ibrahim Ismail (Ibi) die „Neue Wege” Gruppe. Die acht Teilnehmer waren selbstbewusste Jugendliche aus demselben Stadtteil, die unter den Jugendlichen akzeptiert waren und daher sich als Rollenvorbilder gut eigneten. Mit einem Handlungskonzept, das u.a. Sport, Bildung, Kultur und Verantwortungsübernahme kombinierte, bildete Ibrahim Ismail die Jugendlichen zu Multiplikatoren im eigenen Stadtteil aus.

2005

2007

Die „Neue Wege“ Gruppe und das „Grüne Band“ Projekt

Die Polizei bat Ibrahim Ismail das erfolgreiche Vorgehen im Vowinkler Feld auf ein weiteres Stadtviertel in Wuppertal Vohwinkel, dem Elfenhang auszuweiten. Mit mittlerweile 16 Jugendlichen der “Neue Wege” Gruppe begab sich Ibrahim Ismail mit den Coaches Hassan Ismail und Veit Langholz daran, den erfolgreichen Ansatz auf den neuen Stadtteil angepasst zu adaptieren.

2007

2008

Universitätspreis der Ruhr-Universität Bochum

  • Für die Diplomarbeit „Streetwork im sozialen Brennpunkt – Perspektiven einer zeitgemäßen Sozialarbeit“ erhielt Ibrahim Ismail den Universitätspreis für exzellente Studienleistungen des Rotary Clubs Bochum-Hellweg und der Ruhr-Universität Bochum. Die Arbeit behandelt u.a. das „Neue Wege“ Projekt.

  • Innerhalb des „Neue Wege“ Projektes wird eine neue Mädchenabteilung geründet.

  • In Wuppertal Vohwinkel wird aus den Müttern der Jugendlichen eine Müttergruppe gebildet. Diese trifft sich einmal die Woche und setzt sich mit sich, den Kindern und Jugendlichen und dem Stadtteil insgesamt auseinander. 
2008

2009

Gründung Paidaia e.V.

  • Der Paidaia e.V. wird an der Ruhr-Universität Bochum gegründet.

  • Die Zeitschrift die „DIE ZEIT“ macht sich selbst einen Eindruck über die Arbeit mit den Jugendlichen in Wuppertal Vohwinkel.

  • Ibrahim Ismail entwickelt den mittlerweile akkreditierten bildungsprozessorientierten Förderansatz.
2009

2010

Paidaia in der universitären Lehre

  • Paidaia vermittelt seine Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit in der universitären Lehre

  • Es geht doch! 21 Jugendliche aus dem „Neue Wege“ Projekt machen ihr Abitu
2010

2011

Auszeichnung – Robert Bosch Stiftung

  • Ibrahim Ismail wird durch die Robert Bosch Stiftung als einer der „150 Verantwortlichen in Deutschland“ ausgezeichnet.
  • Mit dem Projekt „Funkensprung“ ist der Paidaia e.V. an einem Berufskolleg schulisch aktiv. Der Unterricht ist partizipativ gestaltet.

  • Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Nocken setzten sich im Projekt „Dynamo“ für das Schulklima ihrer Schule ein.
2011

2012

Paidaia im Bundeskanzleramt

  • Die Bundeskanzlerin Dr. Merkel lädt Herrn Ibrahim Ismail als Experten ins Bundeskanzleramt ein. Dort nimmt er unter der Moderation der Bundeskanzlerin an einer Expertenrunde teil. Anschließend hielt er einen Vortrag zum Thema „“Integration von (langzeit-) arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarkt”.

  • Beginn des Intensivtäterprojektes „Sinn“ in Ascheberg

  • Das Natur- und Umweltprojekt „Steppenwolf“ in Hamburg wird umgesetzt.

  • Das Schulprojekt „DIAM“ wird ebenfalls in Wuppertal umgesetzt.
2012

2013

Der Paidaia e.V. in der Lehre

  • Der Paidaia e.V. vermittelt seine aus der Praxis gewonnen Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich seiner Abteilung „Lehre“.

  • Die Meisten Jugendlichen aus dem „Neue Wege“ Projekt beginnen mit dem Studium.

  • Die Zeitschrift „DIE ZEIT“ berichtet über das „Sinn“ Projekt und macht sich selbst einen Eindruck vor Ort.

  • Der Paidaia e.V. bietet Förderungen für Kinder, Jugendlichen und Familien im Bereich der Hilfen zur Erziehung an.
2013

2014

Fachtagung „Motiviert Qualifiziert“

  • Der Paidaia e.V. konzipiert und führt die Fachtagung „Motiviert Qualifiziert“ fürs Ministerium in Hessen durch.

  • Das Projekt „Funkensprung“ wird zum schulischen Regelprogramm.

  • Ibrahim Ismail. entwickelt einen Präventiven Ansatz für Sozialräume und in der Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen.

  • Die Polizei profitiert in den Ausbildungsinstitutionen der Polizei von den Erfahrungen und dem Wissen des Paidaia e.V. (Präventiver Ansatz).

  • Bei der Fachtagung der Jacobs Foundation in der Schweiz mit dem Schwerpunkt „Bildungslandschaften Schweiz“ stellt der Paidaia e.V. seinen bildungsprozessorientierten Förderansatz vor.
2014

2015

Bundespreis: Projekt “Funkensprung”

Die Jugendlichen aus dem Programm „Funkensprung“ gewannen für ihren Film über Menschenrechte den Bundespreis „Die Gelbe Hand – Engagement der Jugend gegen Rassismus“. Der Preis wurde durch den Gastgeber der Preisverleihung, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, überreicht. Für ihre Leistung wurden die Jugendlichen ebenfalls ins Bundeskanzleramt eingeladen.

2015

2016

Bildungspolitischer Auftrag

  • In mehreren Film-, Print- und Onlinebeiträgen stellt Paidaia gelungene Bildungs- und Integrationsarbeit dar und geht damit seinem bildungspolitischen Auftrag weiterhin nach.

  • Die Hertie-Stiftung und die START-Stiftung fördern den Paidaia e.V. für sein besonderes Engagement in der Flüchtlingsarbeit.
2016

2017

Impuls Coaching-Zentrum

  • In Hamm wird ein großes Gebäude, das mit Jugendlichen renoviert und gestaltet wird, zum Impuls Coaching-Zentrum.
  • Der Paidaia e.V. wählt Hamm als seinen Hauptstandort für die pädagogische Arbeit aus. Bochum bleibt weiterhin als Verwaltungssitz und für die Bereiche Forschung und Weiterbildung erhalten.
2017

2018

Jugend in Bewegung – Wetterau geht mit

  • Das partizipative Projekt „Jugend in Bewegung – Wetterau geht mit!“ wird vom Paidaia e.V. pädagogisch begleitet.

  • Das von den Jugendlichen aus eigener Hand renovierte und gestaltete Impuls Coaching- Zentrum wird zunehmend von Fachkräften für Meetings und Fortbildungen genutzt. Dabei kommen sie in den direkten Austausch mit den Jugendlichen.

  • Der Paidaia e.V. ist im Rahmen des Sicherheitskonzeptes der Stadt Hamm ein offizieller und verbindlicher Ansprechpartner geworden.

  • Neben der Abwendung von Gefahren für Jugendliche, entwickelt der Paidaia e.V. Gutachten, insbesondere bei Jugendlichen, die eine Gefährdung für sich oder Andere darstellen und entwickelt mit den Betroffenen pädagogische Lösungswege.
2018

2019

Das Impuls Coaching-Zentrumwird wird zum Ort der jugendlichen Kreativität und Bildung

  • Mehre Projektformate werden im Impuls umgesetzt: „Jugend MACHT mit!“, „Mama bewegt!“, „Seifenkiste 4.0“, Projekte für delinquente Jugendliche, HAMMer Liga, etc. Mehr dazu finden sie unter „Ausgewählte Projekte & Maßnahmen“.

  • Die Jugendmädchenabteilung „Wangari“ wird  gegründet
2019

Der Mensch ist es was zählt

Über den Ursprung des Vereins

Das Projekt „Neue Wege“ hatte ein großes mediales und fachliches Echo erzeugt. Im Jahr 2009 hatte die Reporterin Jeannette Otto von der Zeitung „DIE ZEIT“ das Projekt “Neue Wege” vor Ort in Wuppertal besucht und sich selbst einen Eindruck gemacht. Über Ibrahim Ismail schrieb sie: „(…) Ibrahim Ismail. Die Sozialarbeit hat er revolutioniert und erzielt damit bewegende Erfolge.“

Ibrahim Ismail hielt einen Vortrag zum Thema „Integration von (langzeit-) arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Arbeitsmarkt“ vor Bundeskanzlerin Angela Merkel. Diese äußerte im Anschluss zum “Neue Wege” Projekt: „Ich habe die Zeit vergessen, das war so spannend“. 

Kernaufgabe des Projektes „Neue Wege“ war es, dass Jugendliche selbst ihren Stadtteil verändern. Ibrahim Ismail starte mit acht jugendlichen Leadern, die selbst dominant und in der Regel als bildungsbenachteiligt galten, das Projekt „Neue Wege“. Durch die Jugendlichen selbst hatte sich, laut Polizeiangaben, der Stadtteil merklich beruhigt. Später erreichten die jugendlichen Leader alle samt das Abitur. Darüber hinaus lösten die Leader positive Modelleffekte auf weitere Jugendliche aus. Im Jahr 2010 feierten sie mit weiteren Freunden (21 Jugendliche) bei einem großen Paidaia-Fest das erlangte Abitur. Die Bezirksbeamten der Polizei aus dem Stadtteil Wuppertal Vohwinkel sind aufgrund der überzeugenden Erfolge beim Paidaia e.V. Mitglied geworden. Die jugendlichen Leader sind nach ihrem Statteilerfolg in einen weiteren Stadtteil gegangen und haben dort erfolgreich die Arbeit aufgenommen.

Im Jahr 2012 hatte der Kreis Coesfeld den Paidaia e.V. um Unterstützung bei der Bewältigung einer Krise mit 14 Intensivtätern gebeten. Im Rahmen des „Sinn” Projektes in Ascheberg wurde ein Jahr lang mit den Jugendlichen gearbeitet. Die Coaches bzw. Betreuer waren zu einem großen Teil ehemalige Jugendliche aus dem „Neue Wege“ Projekt und zu dem Zeitpunkt selbst 21-22 Jahre alt. Das “Sinn” Projekt ist nachhaltig erfolgreich geblieben und hatte ebenfalls ein großes mediales und fachliches Echo. Auch die Zeitschrift „DIE ZEIT“ ist vor Ort gewesen und berichtete über das “Sinn” Projekt.

In der Schweiz wurde Ibrahim Ismail bei einem Vortrag gefragt, welchen pädagogischen Hintergrund es hatte, dass er eine Gruppengröße von acht Jugendlichen auswählte. Er antwortete daraufhin: „Keinen. Ich habe acht ausgewählt, weil mein Fahrzeug (Bus) nur neun Plätze hatte und ich selbst der Neunte war.“

Mittlerweile sind Roman Jakob und Sven Paryla, ehemalige Jugendliche aus dem „Neue Wege“ Projekt, im Vorstand des Paidaia e.V.. Sven Paryla ist zudem Standortleiter in Hamm und Roman Jakob leitet den Bereich der Hilfen zur Erziehung. Eugen Galle, ebenfalls aus der ersten Generation „Neue Wege“ ist im Bereich Verwaltung und Kommunikation für den Paidaia e.V. aktiv. 

Mit dem Projekt „Neue Wege“ begann die Geschichte des Paidaia e.V.. Ibrahim Ismail hatte die Jugendlichen von Anfang an ernst genommen und an ihre Kompetenzen geglaubt. Er hat bei ihnen die Sehnsucht gefördert, an der Welt aktiv teilzunehmen. Für ihn waren sie keine unfertigen Wesen, die durch ein Projekt an Etwas teilnahmen. Vielmehr eröffnete er ihnen einen neuen Weg innerhalb dessen sie zu Erkenntnissen gelangen konnten, die sie befähigten zu Gestaltern in dieser Welt zu werden. Heute zeigt sich warum diese Haltung und Weitsicht wertvoll war und ist. 

Prof. Schmidt-Millard hatte Ibrahim Ismail nach einem Vortrag über seine Arbeitsweisen mit den Worten bezeichnet: „Du bist Makarenko“. Damals kannte Ibrahim Ismail die pädagogischen Schriften von Makarenko noch nicht. Als er sie las, erkannte er in seiner Pädagogik sogleich zahlreiche Parallelen zu Makarenkos Pädagogik und dies obwohl zwischen beiden mehr als ein ganzes Jahrhundert lag.

Die Diplomarbeit von Ibrahim Ismail , die unter Anderem das Projekt “Neue Wege” näher beleuchtete, wurde von Prof. Schmidt-Millard begleitet und bewertet.

Ins Bewerbungsverfahren eingereicht durch Herrn Prof. Schmidt-Millard, gewann Ibrahim Ismail für seine Diplomarbeit den Universitätspreis für exzellente Studienleistungen der Ruhr-Universität Bochum und des Rotary Club Bochum Hellwig.

 

Im Jahr 2009 wurde der mittlerweile akkreditierte „Bildungsorientierten Förderansatz“ entwickelt. Dieser bildet den geistigen und pädagogischen Überbau unserer heutigen Arbeit und wurde aus dem Handlungskonzept “Neue Wege” weiterentwickelt. 

Die Wirkungsweise und Nachhaltigkeit dieses Ansatzes werden neben dem medialen und wissenschaftlichen Echo, dadurch deutlich, dass ehemalige Jugendliche aus dem Projekt „Neue Wege“ sich im Paidaia Vorstand etablieren konnten und u.a. das Impuls Coaching-Zentrum in Hamm leiten. 

Im Jahr 2009 wurde der Paidaia e.V. an der Ruhr-Universität Bochum gegründet. Die Gründungsmitglieder sind:

  • Prof. Dr. Torsten Schmidt-Millard
  • Dipl. Sportwiss. Kilian Kimmeskamp
  • Dipl. Sportwiss. Timo Sternemann
  • Dr. André Hempel
  • Dipl. Oec. Hassan Ismail
  • Dipl. Finanzwirt Jochen Jansen
  • Dr. Janos Miko (Jurist)
  • Dipl. Oec. Andreas Labadas
  • Richter Paul Kimmeskamp
  • Dipl. Sportwiss. Ibrahim Ismail
 

 

Die Vorstandmitglieder der ersten Generation:
1.    Vorstandsvorsitzender: Dipl. Sportwiss. Ibrahim Ismail
2.    Vorstandsvorsitzender: Dipl. Sportwiss. Kilian Kimmeskamp
3.    Vorstandsmitglied: Dipl. Sportwiss. Timo Sternemann (Schatzmeister)
4.    Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Torsten Schmidt-Millard

Der Verein ist gemeinnützig und freier Träger der Jugendhilfe.

Der Verein in seinen Tätigkeitsfeldern:
Die Mitglieder des Vereins verstehen sich in den verschiedenen Bereichen (Praxis, Forschung, Lehre und bildungspolitischer Auftrag) als Art Anwaltschaft für Kinder, Jugendliche und Familien.

Die verschiedenen Bereiche des Paidaia e.V. greifen unterstützend ineinander und stellen sowohl in der Praxis als auch in der Theorie nachweislich einen gesellschaftlichen Mehrwert dar. Die gewonnenen Erkenntnisse werden u.a. durch Publikationen (z.B. pädagogische Leitlinien), Vorträge und Workshops verfügbar gemacht.

Leitidee: Förderung durch Forderung
Sollte es ein Erfolgsgeheimnis bei unserer Projektarbeit geben, so ist es das, was sich schon Anton Semjonowitsch Makarenko Anfang des 20. Jahrhunderts als Prinzip seiner Arbeit zugrunde gelegt hatte:

Anton Semjonowitsch Makarenko

„Ich fordere, weil ich dich achte, und ich achte dich, weil ich dich fordere.“

„Von einem Menschen, den wir nicht achten, können wir nicht das Höchste verlangen. Wenn wir von einem Menschen viel fordern, besteht gerade darin unsere Achtung vor ihm […].“

Anton Semjonowitsch Makarenko